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Paul ist tot

Behauptung: Beatles-Mitglied Paul McCartney sei 1966 bei einem Autounfall gestorben und heimlich durch einen Doppelgänger mit ähnlicher Stimme ersetzt worden; die Band habe angeblich "Hinweise" auf seinen Tod in Plattencovern, Songtexten und rückwärts abgespielten Liedern versteckt.

Ursprung: Gerüchte kursierten 1969 an US-Universitäten, verstärkt durch einen ausführlichen Artikel in der Studentenzeitung der Drake University und ein anschließendes Radiointerview, und verbreiteten sich dann rasch in der damaligen Medienlandschaft vor dem Internetzeitalter.

Warum es falsch ist: Paul McCartney lebt und hatte eine durchgehende, gut dokumentierte öffentliche Karriere, einschließlich aktueller Livekonzerte und Interviews. Die angeblichen "Hinweise" (die vermeintliche Trauerprozession auf dem Abbey Road-Cover, rückwärts eingespielte Botschaften) sind rückwirkende Mustererkennung, angewendet auf gewöhnliche künstlerische Entscheidungen; McCartney selbst hat das Gerücht wiederholt und mit Humor kommentiert, unter anderem mit dem Titel seines Live-Albums Paul Is Live (1993).

Status: Gilt heute als frühes, relativ harmloses Beispiel dafür, wie sich Gerüchte und Mustersuche auch ohne soziale Medien rasant verbreiten können, und wird von Psychologen häufig zur Veranschaulichung von Apophänie (dem Erkennen bedeutungsvoller Muster in Zufallsdaten) zitiert.

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