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Die "Großer Austausch"-Theorie

Behauptung: Eine Theorie, wonach politische und kulturelle Eliten absichtlich den demografischen Austausch der weißen europäischen Bevölkerung durch außereuropäische, überwiegend muslimische Einwanderer betreiben — mittels Migrationspolitik und unterschiedlicher Geburtenraten.

Ursprung: Popularisiert durch den französischen Autor Renaud Camus in seinem Buch Le Grand Remplacement (2011), anknüpfend an ältere ethnonationalistische und rassistische Schriften des 20. Jahrhunderts in Europa. Sie verbreitete sich in europäischen rechtsextremen Bewegungen und später auch in US-amerikanischen weißnationalistischen Kreisen.

Warum es falsch ist: Demografen weisen darauf hin, dass Migrations- und Geburtenmuster von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Faktoren bestimmt werden, die öffentlich und offen erforscht werden, nicht von einem koordinierten Geheimplan; es gibt keinerlei Beleg für eine gezielte Elitenverschwörung zur Bevölkerungsersetzung. Die Theorie beruht darauf, gewöhnlichen, gut dokumentierten demografischen Wandel — ein schrittweises, vielursächliches Phänomen jeder Einwanderungsgesellschaft — als absichtlich und feindselig umzudeuten.

Auswirkung: Wurde direkt von Tätern mehrerer Terroranschläge mit zahlreichen Todesopfern zitiert, darunter die Anschläge auf Moscheen in Christchurch 2019, der Anschlag von El Paso 2019 und der Anschlag von Buffalo 2022, in Manifesten mit Bezug auf die "Austausch"-Rhetorik. Wird von Extremismusforschern intensiv als zentraler ideologischer Treiber gegenwärtiger rechtsextremer Gewalt in Europa und Nordamerika untersucht. Dieser Eintrag dokumentiert die Theorie als faktische und sicherheitspolitische Angelegenheit, nicht als vertretene Position.

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